PROJEKT DES MONATS 07/2026 | Präzise Erschütterungsprognosen als verlässliche Grundlagen für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Polens.
VCE Vienna Consulting Engineers ZT unterstützte den Bau des neuen Eisenbahntunnels Łódź-Tunnel (Linie LK 85) in Polen mit umfassenden Untersuchungen zu Erschütterungen und Körperschall. Der rund 4,9 Kilometer lange zweigleisige Tunnel zählt zu den bedeutenden Bahninfrastrukturprojekten des Landes und stellt hohe Anforderungen an den Schutz angrenzender Gebäude und sensibler Nutzungen.
Im Auftrag von PORR BAU führte VCE zwischen Jänner und Juni 2026 eine vollständige Erschütterungsprognose für bestehende und zukünftige Bahnverkehre durch. Ziel war es, die Auswirkungen des Bahnbetriebs auf die Umgebung frühzeitig zu bewerten und gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Die Untersuchungen basierten auf realen Emissionsmessungen von Zügen auf dem PORR-Feste-Fahrbahn-System, die vom VCE-Messtechnik-Team in der Nähe von Krakau durchgeführt wurden. Ergänzend erfolgte eine detaillierte Ausbreitungsmodellierung mit der Software Plaxis. Dabei wurden sensible Immissionsorte entlang der Tunnelstrecke identifiziert und die prognostizierten Belastungen mit den geltenden Grenzwerten verglichen.
Wo Überschreitungen der zulässigen Werte festgestellt wurden, entwickelte VCE geeignete Minderungsmaßnahmen. Dazu zählen unter anderem Masse-Feder-Systeme, die Körperschall und Erschütterungen wirksam reduzieren und so den Schutz angrenzender Bauwerke verbessern.
Eine besondere Stärke des Projekts lag in der umfassenden Plausibilisierung der Ergebnisse. Zusätzlich zur Erschütterungsprognose führte VCE eine vollständige dynamische Simulation des Übertragungswegs mit SOFiSTiK durch – von der Entstehung der Erschütterungen im Tunnel über den Untergrund bis hin zu den Gebäudefundamenten. Die Ergebnisse der Simulation bestätigten die zuvor ermittelten Prognosen mit einer sehr hohen Übereinstimmung.
„Die Kombination aus realen Messdaten, detaillierter numerischer Modellierung und einer durchgängigen Simulation bis in die Gebäudefundamente ermöglicht eine außergewöhnlich hohe Prognosequalität. Dadurch konnten wir die Auswirkungen des Bahnbetriebs belastbar bewerten und die Wirksamkeit der geplanten Schutzmaßnahmen zuverlässig nachweisen“, erklärt VCE-Projektleiterin Elisabetta Pistone.
An dem Projekt waren Expertinnen und Experten aus den VCE Competence Centern Akustik, Baudynamik, Bauphysik, Messtechnik (ABBM), Brückenbau & Tragwerksanalyse sowie Geotechnik & Naturgefahren beteiligt. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichte eine ganzheitliche Betrachtung der komplexen Wechselwirkungen zwischen Infrastruktur, Untergrund und Bebauung.
Mit diesem Projekt unterstreicht VCE ihre internationale Expertise in den Bereichen Erschütterungsschutz, numerische Simulation und nachhaltige Bahninfrastruktur und leistet einen wichtigen Beitrag zur sicheren und umweltverträglichen Entwicklung moderner Verkehrssysteme.