PROJEKT DES MONATS 05/2026 | Baudynamisches Monitoring für die schrittweise Brückenertüchtigung mit BRIMOS® Structural Health Monitoring.
Im Rahmen der schrittweisen Ertüchtigung der Bestandsbrücke Most Pavla Wonky in Pardubice, Tschechien wird ein komplexes Infrastrukturprojekt unter laufendem Verkehr umgesetzt. Auftraggeber ist das Bauunternehmen Chládek a Tintěra, Pardubice a.s.. Ziel ist die nachhaltige Instandsetzung der bestehenden Spannbetonbrücke durch den Austausch der externen Vorspannung in den Hohlkästen als Alternative zu einem frühzeitigen Ersatzneubau.
VCE verantwortet im Projekt die Konzeption eines permanenten, baudynamischen Monitoringsystems sowie die kontinuierliche Messdatenauswertung und Tragwiderstandsbeurteilung während der Bauphasen. Eingesetzt wird die Technologie BRIMOS® Structural Health Monitoring, die eine durchgängige Überwachung der Bauzustände während der Ertüchtigungsmaßnahme ermöglicht.
Die Arbeiten werden durch das VCE Competence Center Life Cycle Engineering & Asset Management betreut. In Kooperation mit MDS projekt s.r.o. und STATOTEST s.r.o. entsteht ein integriertes Monitoring- und Auswertungskonzept, das das Tragverhalten während der unterschiedlichen Bauzustände, etwaige Lastumlagerungen und insbesondere die Wirksamkeit der Brückenertüchtigung in Echtzeit abbildet.
„Das Monitoring erlaubt uns, die Tragwerksreaktion in jeder Bauphase quantitativ zu bewerten und die Tragsicherheit während der Brückenertüchtigung im Bestand sicherzustellen. Damit schaffen wir eine wesentliche Entscheidungsunterstützung während des komplexen Umbauprozesses unter laufendem Betrieb“, erklärt Robert Veit-Egerer, Projektleiter des CCs Life Cycle Engineering & Asset Management bei VCE.
Technisch liegt der Schwerpunkt auf der Kombination aus digitalem Bauwerksmodell, der kontinuierlichen Sensorik sowie der Auswertung und ingenieurmäßigen Interpretation der Messdaten im Kontext mit den Bauphasen. Damit wird eine wesentliche Entscheidungsgrundlage im Bauprozess während des schrittweisen Tauschs der externen Vorspannung zur Verfügung gestellt.
Das Projekt ist ein Beispiel für den Einsatz von Digital Engineering in Infrastrukturprojekten, bei dem datenbasierte Entscheidungsprozesse direkt in die Bauausführung integriert werden. Die Verbindung von Monitoring, digitalen Tragwerksmodellen und der Experten-Beurteilung ermöglicht eine zuverlässige Überwachung der Bauzustände.
Ein wesentlicher Mehrwert des Projektes liegt im Anspruch der nachhaltigen Nutzung der bestehenden Infrastruktur: Durch die Ertüchtigung im Bestand wird der Ressourcenverbrauch wesentlich reduziert und ein vorzeitiger Ersatzneubau vermieden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur strategischen Zielsetzung, Infrastrukturmaßnahmen stärker unter dem Aspekt der Lebenszyklusbetrachtung und Ressourceneffizienz zu planen.